Am 26.02.2026 fand in der Parkarena Neukieritzsch die zweite Bürgerveranstaltung zum Strukturentwicklungskonzept (StrEK) der Gemeinde Neukieritzsch statt.
Das Strukturentwicklungskonzept soll als strategisches Planungsinstrument der Gemeinde Neukieritzsch dienen. Es analysiert die aktuelle Situation, formuliert langfristige Entwicklungsziele und bündelt übergeordnete Maßnahmen in verschiedenen Bereichen wie Städtebau, Mobilität, Wirtschaft, Klima oder sozialer Infrastruktur. Zudem ist es eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln, wie z.B. aus der Städtebauförderung.
Rund 30 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aktiv in die zukünftige Entwicklung ihrer Gemeinde einzubringen. Zu Beginn stellte Daniel Paul von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (DSK) den aktuellen Arbeitsstand des Strukturentwicklungskonzepts vor. Dabei gaben er einen kompakten Rückblick auf den bisherigen Beteiligungsprozess und präsentierte zentrale Ergebnisse aus den Ortsteilspaziergängen sowie der Onlineumfrage.
Im Rahmen der Onlineumfrage gingen insgesamt 219 auswertbare Fragebögen ein. Dabei gaben 86% der Teilnehmenden an, gern in Neukieritzsch zu leben. Begriffe wie „lebenswert“ und „Heimat“ prägten die Rückmeldungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger eine gezielte Weiterentwicklung wünschen.
Als besondere Stärken wurden sowohl in der Befragung, als auch bei den im Oktober 2025 durchgeführten Ortsteilspaziergängen, die starke Identifikation mit den Ortsteilen, das aktive Vereinsleben sowie die landschaftliche Qualität (Seenlandschaft) hervorgehoben. Handlungsbedarf sehen der überwiegende Teil der Befragten bei der Verbindung zwischen den Ortsteilen, bei der Nahversorgung und Treffpunkten sowie bei Angeboten für die Jugendliche und im Freizeitbereich. Investitionsschwerpunkte werden insbesondere in den Bereichen Mobilität und Ortsteil-Verbindungen, Jugend, Freizeit und Sport sowie Bildung und Nahversorgung gesehen.
In der ersten Beteiligungsphase der Bürgerwerkstatt hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Ideen direkt auf einer großformatigen Bodenkarte, einem Luftbild der Gesamtgemeinde, zu verorten. Auf Themenkarten hielten sie konkrete Probleme, Ziele oder Maßnahmen fest und platzierten diese an der jeweils passenden Stelle im Gemeindegebiet.
So entstanden zahlreiche ortsbezogene Hinweise zu städtebaulichen Entwicklungen, Mobilitätsfragen, Treffpunkten, Grün- und Freiflächen, Klimaschutz und Energie, Angeboten für Kinder und Jugendliche sowie zur Stärkung der lokalen Wirtschaft.
In einer zweiten Phase vertieften die Bürgerinnen und Bürger ihre Vorschläge an sechs Themenstationen. Dort wurden Ideen strukturiert diskutiert, priorisiert und mit möglichen Verantwortlichkeiten hinterlegt. Thematisch reichten die Stationen unter anderem von Städtebau und Wohnen über Klima, Natur und Landschaft bis hin zu Daseinsvorsorge, Mobilität, Freizeit, Kultur und Sport. Ziel war es, aus allgemeinen Zielvorstellungen konkrete, umsetzungsorientierte Maßnahmenansätze zu entwickeln. Die Moderation unterstützte dabei, die Diskussionen lösungsorientiert und ortsbezogen zu führen.
Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt werden nun durch die DSK ausgewertet und in den weiteren Entwurf des Strukturentwicklungskonzepts integriert. In einer Abschlussveranstaltung werden die gebündelten Ergebnisse vorgestellt, bevor das Konzept dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt wird.
Mit der Bürgerwerkstatt wurde ein wichtiger Meilenstein im Beteiligungsprozess erreicht. Die intensive Beteiligung und die konstruktiven Beiträge haben gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger die Zukunft der Gemeinde Neukieritzsch aktiv mitgestalten wollen.
