Am 19. Mai starb Cornelius („Cor“) Bart plötzlich im Alter von 74 Jahren. Erst am 9. Mai besuchte er uns noch mit einer kleinen Delegation aus den Niederlanden, anlässlich des Gedenkens an die Opfer des 2. Weltkrieges. Mit ihm verlieren wir einen Menschen, der mit unserer Gemeinde freundschaftlich verbunden war. Er hat sich mit seiner Tätigkeit auch für die Gemeinde Neukieritzsch verdient gemacht.
Seit 1995 führte ihn die Aufarbeitung des Schicksals seines Onkels regelmäßig zu uns. Jener wurde zur NS-Zeit aus dem niederländischen Beverwijk unschuldig mit hunderten weiteren jungen Männern als Zwangsarbeiter nach Lippendorf verschleppt. Er starb in Borna an den Folgen der Haftbedingungen. Diese Aufarbeitung fand Eingang in zahlreiche Dokumentationen und Bücher. „Cor“ Bart wurde dabei in seiner Tätigkeit vom Heimatverein Lippendorf-Kieritzsch, Bürgermeister a.D. Eißner, der Familie Bergholtz und unserem heutigen Landrat Henry Graichen unterstützt.
Wir werden „Cor“ Bart als fröhlichen und gutmütigen Menschen in Erinnerung behalten. Sein Antrieb lag stets in der Versöhnung. Wichtig war ihm ausschließlich die Weitergabe an nachfolgende Generationen dessen, was sein Onkel und dessen Leidensgenossen erlebten. Seine Anteilnahme und sein Interesse galten allen Menschen, die sich im humanistischen Sinne für die Rechte der einfachen Leute einsetzten. Wegen seines eigenen Einsatzes für Toleranz und Weltoffenheit wurde er im Jahr 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Zu seinem Andenken werden wir sein Projekt weiterführen. Unsere Gedanken sind bei seiner Ehefrau und seiner gesamten Familie.